Jesuiten

Im Zuge der Gegenreformation kamen die Jesuiten nach Konstanz, um den katholischen Glauben zu stärken und die Ausbreitung des Protestantismus einzudämmen. Zwischen 1604 und 1607 errichteten sie ein Kloster sowie die Jesuitenkirche. Besonders bedeutend war auch die Gründung eines Kollegs mit angeschlossener Schule. Dadurch wurden die Jesuiten zu wichtigen Trägern der Bildung, da sie die Jugend unterrichteten und stark auf eine katholische Prägung der Erziehung achteten. Neben dem Schulwesen wirkten sie durch Predigten, Seelsorge und öffentliche Auftritte aktiv in der Stadtgesellschaft und versuchten, das religiöse Leben im Sinne der katholischen Kirche zu gestalten. Die Jesuiten trugen damit wesentlich zur Gegenreformation in Konstanz bei, indem sie nicht nur religiös, sondern auch kulturell und bildungspolitisch Einfluss nahmen. Ihr Wirken stärkte die Position des Katholizismus in einer Zeit konfessioneller Spannungen. Im Jahr 1773 wurde der Jesuitenorden jedoch vom Papst aufgehoben, wodurch auch ihre Tätigkeit in Konstanz endete. Im Jahr 1852 wurde ein Teil des ehemaligen Klosters der Jesuiten zum Theater umgebaut und als Spielstätte genutzt. Die Geschichte des Theaters Konstanz reicht bis in die Frühzeit des jesuitischen Kollegs (Gymnasiums) zurück, als die Schüler die Schulaula gelegentlich als Theaterbühne nutzten, um dort Dramen zum Leben des Heiligen Konrads von Konstanz aufzuführen. Damit bietet das Theater eine der ältesten durchgängig bespielten Bühnen des deutschsprachigen Raumes.