früherer Verlauf des Ammerkanals
Krumme Brücke
Der Ammerkanal entstand im Mittelalter und
zählt zu den wichtigsten technischen Anlagen
der Stadtgeschichte. Vermutlich wurde er
bereits um 1300 angelegt und im Laufe der Zeit
mehrfach ausgebaut; seit 1493 ist sicher
belegt, dass er als künstlicher Seitenarm der
Ammer durch die Stadt geführt wurde.
Im Mittelalter versorgte der Kanal zahlreiche
Mühlen und Handwerksbetriebe wie
Schleifmühlen, Gerbereien und einen
Kupferhammer mit Wasser. Dadurch trug er
entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung
Tübingens bei und machte die Unterstadt zu
einem wichtigen Zentrum des Handwerks.
Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung
erfüllte der Ammerkanal auch wichtige
Aufgaben im städtischen Alltag. Er diente als
Abwasserkanal und leitete Schmutz und Abfälle
aus den engen Gassen ab, außerdem wurde er
zur Reinigung der Straßen genutzt. Im Laufe
der Jahrhunderte wurde der Kanal mehrfach
verändert, erweitert und teilweise sogar
überbaut oder unterirdisch geführt. Bis heute
ist er ein prägendes Element der Tübinger
Altstadt und erinnert an die enge Verbindung
von Wasser, Handwerk und Stadtentwicklung
im Mittelalter.
Der Name „Krumme Brücke“ leitet sich von der
Bauform der Brücke ab. Sie ist nicht gerade,
sondern leicht gebogen bzw. „krumm“, weil sie
dem Verlauf des darunterliegenden
Ammerkanals an dieser Stelle folgt und sich an
die engen mittelalterlichen
Bebauungsstrukturen anpassen musste. Diese
ungewöhnliche Form war also keine absichtliche
Gestaltung im modernen Sinn, sondern ergab
sich aus der städtebaulichen Situation in der
Altstadt.
Ein Glück, dass ich Lugo und nicht Ammer
heiße, sonst würde es immer zu
Verwechslungen kommen.
Die Ammer ist nicht nur ein Fluss hier in
Baden-Württemberg. Auch ein Fluss in Bayern
heißt so.
Vielleicht hast du auch schon von dem Vogel
„Ammer“ gehört. Die Ammern gehören zu den
Finken, sind also kleine Singvögel.