Marktstätte

Im frühen 1. Jahrhunderts n. Chr. errichteten die Römer auf dem heutigen Münsterhügel eine befestigte Anlage namens „Constantia“. Aus diesem römischen Stützpunkt entwickelte sich im Frühmittelalter eine städtische Siedlung. Im Laufe des 6. Jahrhunderts entstand in den römischen Ruinen ein erster Bischofssitz, die Anfänge des späteren Bistums Konstanz. Dieses frühe Bistum stand unter dem Schutz der merowingischen Könige und dem alemannischen Herzogtum. Nördlich des Bischofssitzes entstand eine erste kleine Handwerkersiedlung. Diese Siedlung lag an bedeutenden Handels- und Fernwegen und hatte mit einem Hafen Zugang zum Bodensee, sodass sie rasch wuchs. Um das Jahr 900 erhielt Konstanz Markt- und Münzrecht und stieg zu einem bedeutenden Handelsplatz auf. Die wachsende Stadt wurde durch den Bau weiterer Kirchen durch die damaligen Bischöfe Konrad I. (934–975) und Gebhard II. (979–995) gefördert, die Bischöfe betrachteten Konstanz als Abbild Roms nördlich der Alpen. Im Jahr 1155 wurde der Besitz der Bischöfe vom Heiligen Römischen Reich anerkannt, das Bistum Konstanz entstand. Mit einem Anwachsen des Bistums wuchs auch die bürgerliche Stadt, schon bald kam es zu Spannungen zwischen dem Bischof und der Bürgerschaft. Durch den aufstrebenden Handel wurde die Bürgerschaft zunehmend selbstbewusster und akzeptierte die Abgaben an den Bischof immer weniger. Unterstützt wurden sie vom damaligen deutschen Kaiser Heinrich IV., der 1192 dem Bischof untersagte, neue Steuern einzuführen. Um 1241 erhielt Konstanz schließlich den Status einer Reichsvogteistadt, sodass die Stadt nun dem Kaiser unterstand und faktisch den Status einer Reichsstadt hatte. Im Jahr 1374 wurde dieser Status vom Kaiser bestätigt. Bis zur Zeit der Reformation war Konstanz Reichsstadt und hatte eine florierende Wirtschaft. Als die Bürger jedoch die Reformation umsetzten, kam es zu großen Verwerfungen mit dem Bischof, der in seine Sommerresidenz im nahen Meersburg floh. Es kam zur Reichsacht, die Bürgerschaft von Konstanz geriet unter Druck und schloss sich dem Schmalkaldischen Bund an. Nach dessen Zusammenbruch musste sich die Bürgerschaft von Konstanz den Forderungen des deutschen Kaisers fügen und verlor alle ihre Privilegien. Die Stadt büßte an Bedeutung ein und die Bewohner wurden rekatholisiert. Das Herz der Stadt bildet bis heute die Marktstätte von Konstanz, die jahrhundertelang der Handelsplatz von Konstanz war. Doch zu dieser Zeit sah es hier noch ganz anders aus. Im Mittelalter lag der Platz direkt am Bodensee und hatte damit Zugang zum Hafen. Die Eisenbahnlinie gab es natürlich noch nicht.